Sexualtherapie

Sexualtherapie

Das Feld der Sexualtherapie ist sehr weit und vielfältig. Häufig kommen sexualtherapeutische Interventionen im Laufe einer Paartherapie ins Spiel oder im Rahmen einer Psychotherapie, wenn es z.B. um Pornosucht oder unerfüllten Beziehungswunsch geht, oder wenn in einer Traumatherapie etwa ein sexueller Missbrauch auftaucht.

Die Sexualität eines Paares sollte funktionieren. Dies ist zumindest die verbreitete Vorstellung…. und daher die Erwartungen sehr groß. Die Realität der meisten Paare sieht jedoch anders aus. Nicht nur der Alltag lässt die Erotik leicht einmal einschlafen. Viellmehr ist es auch die Beziehung selbst, die dem Zauber des Anfangs den Glanz rauben kann. Denn eine Partnschaft ist ein organisches Wesen, das sich verändert und entwickelt. Die angenehme Vertrautheit und Nähe einer langen Beziehung wird oft mit dem Verlust der Leidenschaft bezahlt.

  • Niemand ist deshalb beziehungsunfähig, weil er an seinen unstimmigen Erwartungen scheitert.

So ist die sexuelle Beziehung eines Paares das Konzentrat der gesamten Beziehung. Wir werden also in der Sexualtherapie eines Paares auch die übrigen Aspekte der Beziehung betrachten. Es geht stets darum zu erst die Beziehung zum Gegenüber zu klären bevor etwas anderes geschehen kann. Dieser Grundsatz der Körperpsychotherapie gilt auch für Liebesbeziehungen und sexuelle Beziehungen.

  • Die Paartherapie deckt dysfunktionale Beziehungsdynamiken auf.

Wenn die Sexualität eines Menschen vielleicht auch einmal andere Wege geht und die sexuelle Ausrichtung sich nicht mit den Normen der heterosexuellen, monogamen Gesellschaft deckt, wird schnell deutlich dass Sex nicht nur Liebe ist, sondern immer noch mal mit anderen, versteckten,  Funktionen aufgeladen ist. Diese versteckten Funktionen, sowohl in der Welt der Einzelperson, also auch in der Beziehung, aufzudecken, ist ebenfalls Teil der Sexualtherapie.

 

 

Sexualtherapie kümmert sich das sexuelle Miteinander eines Paares…. aber v.a. um das sexuelle Individuum.

 

Sexuelle Funktionsstörungen bei Mann oder Frau

Sexualtherapie bei psychogenen Funktionsstörungen

Eine funktionale Sexualtherapie betrifft oft Menschen in längerer Partnerschaft – oder Menschen, die sich eine Partnerschaft wünschen, aber wegen eines handicaps Probleme haben einen Partner zu finden.

  • Die Beschwerden bei Frauen reichen von Dyspareunie, Vaginismus bis Chronic pelvic pain-Syndrom, oder einfachem Libidoverlust.
  • Männer kommen zur Sexualtherapie wegen Erektionsstörungen (Erektile Dysfunktion) und Libidoverlust.

Bevor Sie sich in körpertherapeutische Behandlung wegen sexueller Probleme begeben, bitte ich Sie, mögliche körperliche Ursachen mit Ihrem Hausarzt und/oder Urologen abzuklären. Denn nicht selten liegen somatische Ursachen den Beschwerden zu grunde. In den meisten Fällen jedoch sind die Beschwerdebilder psychogen begründet.

 

  • Vom Umgang mit Sexualität ….oder umgehen wir die Sexualität lieber?

Liebe Leser*innen, für die meisten Menschen kostet es viel Überwindung über sexuelle Probleme zu sprechen. Ich glaube das hat auch damit zu tun, dass die Öffentlichkeit gerade sehr übersexualisiert ist, und sexuelle „Funktionsfähigkeit“, bzw. „Leistungsfähigkeit“ sehr stark verknüpft wird mit der persönlichen Wertigkeit eines Menschen. Andererseits wurde wohl „früher“ noch weniger über Sex gesprochen als heute. Ob es Sie wohl überrascht, dass mehr als ein Drittel der Männer zwischen dem 40. und 70. Lebensjahr an einer mittleren bis schweren Erektilen Dysfunktion leiden? Es ist keine Schande, Erektionsstörungen zu haben, oder den Sex nur unter Schmerzen zu erleben. Aber es ist ein schamhaftes Thema. So meiden wir – junge wie alte Menschen – darüber zu reden. Wo es doch vielleicht so einfach wäre, wieder mehr Lebensqualität zu finden.

 

 

 

Ursachen und Sexualtherapie

Die Ursachen psychogener sexueller Störungen sind manigfaltig. So ist eine Depression häufig begleitet von Libidoverlust. Oder es sind alte Vorstellungen von „sexueller Leistungsfähigkeit“ die Versagensängste und Angst vor mangelnder Akzeptanz auslösen; nicht zu vergessen die Traumareaktionen auf sexuellen Missbrauch. Und nicht selten liegt es einfach in der aktuellen Beziehung begründet, dass „nichts mehr geht“ oder in einer beruflichen Stresssituation.

Grundlagen der Sexualtherapie

In welche Richtung eine Sexualtherapie sich entwickelt und wie sie organisiert ist, hängt sicher auch davon ab, ob der Klient/die Klientin aktuell in einer aktiven Beziehung ist. Der zweite Aspekt ist, anzuerkennen, dass es sich nicht um persönliches Versagen, sondern um eine körperliche Stressreaktion handelt, die zur sexuellen Funktionsstörung führt.

  • Aus tiefenpsychologischer Sicht sind die ursprünglichen Stressauslöser zu finden – und die liegen eben nicht immer in der aktuellen Situation.
  • Verhaltenstherapeutisch gesehen, gilt es v.a. in der Paarbeziehung in einem Fünfschritteprogramm einen „stressresistenen Umgang“ in der sexuellen Begegnung zu entwickeln.
  • Auf körpertherapeutischer Ebene gilt es Spannungen und Blockaden zu lösen, die einen freien Energiefluss behindern.